Ach Gott, vom Himmel sieh darein (Württ. Gesangbuch 1912 #242)

Liedvortrag: Pastor Detlef Korsen, aufgenommen in der St.-Johannes-Kirche zu Bremen-Arsten

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1) Ach Gott, vom Himmel sieh’ darein
Und laß dich des erbarmen,
Wie wenig sind der Heil’gen dein,
Verlassen sind wir Armen:
Dein Wort man läßt nicht haben wahr;
Der Glaub’ ist auch erloschen gar
Bei allen Menschenkindern.

2) Sie lehren eitel falsche List,
Was eigen’ Witz erfindet;
Ihr Herz nicht eines Sinnes ist,
In Gottes Wort gegründet.
Der wählet dies, der andre das,
Sie trennen uns ohn’ alle Maß’
Und gleißen schön von außen.

3) Gott woll’ ausrotten alle gar,
Die falschen Schein uns lehren,
Dazu ihr’ Zung’ stolz offenbar
Spricht: “Trotz! wer will’s uns wehren?
Wir haben Recht und Macht allein;
Was wir setzen, das gilt gemein;
Wer ist, der uns soll’t meistern?”

4) Darum spricht Gott: “Ich muß auf sein,
Die Armen sind verstöret,
Ihr Seufzen dringt zu mir herein,
Ich hab’ ihr’ Klag’ erhöret.
Mein heilsam Wort soll auf den Plan,
Getrost und frisch sie greifen an,
Und sein die Kraft der Armen.”

5) Das Silber, durchs Feu’r siebenmal
Bewährt, wird lauter funden;
Am Gottes Wort man warten soll
Desgleichen alle Stunden.
Es will durchs Kreuz bewähret sein,
Da wird sein’ Kraft erkannt und Schein
Und leucht’t stark in die Lande.

6) Das wollst du, Gott, bewahren rein
Vor diesem argen G’schlechte,
Und laß uns dir befohlen sein,
Daß sich’s in uns nicht flechte.*
Der gottlos’ Hauf’ sich umher findt,
Wo diese losen Leute sind
In deinem Volk erhaben.*

* sich nicht in Gottes Volk (hineinver)flechte
** zur Herrschaft erhoben

Liedtext und Melodie: Martin Luther (1483-1546), Geistlich Erfurt 1524
Andere Melodie: 1524, Martin Luther Aus tiefer Not
Choralbuch 2 (102)

Psalm 12

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf acht Saiten.
2 Hilf, HERR! die Heiligen haben abgenommen, und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern.
3 Einer redet mit dem andern unnütze Dinge; sie heucheln und lehren aus uneinigem Herzen.
4 Der HERR wolle ausrotten alle Heuchelei und die Zunge, die da stolz redet,
5 die da sagen: Unsere Zunge soll Oberhand haben, uns gebührt zu reden; wer ist unser HERR? (Psalm 73, 8-9)
6 Weil denn die Elenden verstört werden und die Armen seufzen, will ich auf, spricht der HERR; ich will Hilfe schaffen dem, der sich darnach sehnt.
7 Die Rede des HERRN ist lauter wie durchläutert Silber im irdenen Tiegel, bewähret siebenmal. (Psalm 19.9)
8 Du, HERR, wollest sie bewahren und uns behüten vor diesem Geschlecht ewiglich!
9 Denn es wird allenthalben voll Gottloser, wo solche nichtswürdige Leute unter den Menschen herrschen. (Sprüche 28.12)

Links und Verweise:

Eingesungen: Liedvortrag von Kantor Arnd Pohlmann (externer Link zu eingesungen.de)

Liedeintrag bei Wikipedia (DE)

Liedeintrag bei Hymnary.org

Choraleintrag bei Bach Cantatas Web Site

Verschiedene Notensätze, 1stimmig, bei Bach Cantatas Web Site

Notensatz, 4stimmig, ohne Text (Geistlich Erfurt, pdf, externer Link zu Hymnary.org)

Audiofiles (midi, mp3, externe Links zu Hymnary.org)

Notensatz, 4stimmig, ohne Text (Aus tiefer Not, pdf, externer Link zu Hymnary.org)

Audiofiles (midi, mp3, externe Links zu Hymnary.org)

Lied-Nr. 239 / Doxologie Nr. 401: Evangelisch-Lutherisches Gesang-Buch: Worin die gebräuchlichsten alten Kirchen-Lieder Dr. M. Lutheri und anderer reinen Lehrer und Zeugen Gottes, zur Befoerderung der wahren Gottseligkeit ohne Abänderungen enthalten sind … (2., verm. Ausg.), Brunck u. Domedion, Buffalo, 1848. 7 Strophen. (ext. Link zu Hymnary.org)