Wenn mein Stündlein vorhanden ist (aus Starcks Handbuch)

Wenn mein Stündlein vorhanden ist

Ach mein Jesu, mein letztes Sterbstündlein ist vielleicht bald vorhanden, darum erhalte mich im Glauben, daß ich auf den dreieinigen Gott, auf den ich getauft bin, mich verlasse und auf dein Verdienst, Blut und Wunden, o Jesu, all meine Hoffnung setze. Ach. in der letzten Lebensstunde bewahre mich vor Anfechtung, laß deine Linke unter meinem Haupte sein und deine Rechte mich decken. Erwecke mich in meinem Sterbestündlein durch den Trost des heiligen Geistes und bleibe bei mir, wenn mein Ende kommt.

und soll hinfahr’n mein’ Straße,

Ach ja, mein Jesu, ich werde die Todesstraße fahren, aber ich fürchte mich nicht, wenn du bei mir bist. Mein Tod ist ein Hingang zum Vater, wie freue ich mich, daß ich zu meinem himmlischen Vater, zu meinem Jesu kommen soll, da werde ich Friede, Freude, Trost, Wonne antreffen. O wie wohl wird mir da sein! Auf dieser Todesstraße zum ewigen Leben sei bei mir, o Jesu, schenke mir des Glaubens Freudigkeit und deines Trostes Süßigkeit, und damit ich diese Todesfahrt mit Freuden antreten und vollbringen möge,

So g’leit du mich, Herr Jesu Christ,

Ach ja, o Jesu, begleite mich aus diesem zeitlichen in das ewige Leben! Ist’s auf der Todesstraße finster, so werde ich doch im Licht wandeln, wenn du mein Licht bist! Stehe bei mir an meinem Sterbebette und nimm meine Seele auf, wann sie vom Leibe scheidet. Wann ich meine Leibesaugen im Tode schließe, so laß meine Seelenaugen dich erblicken. Begleite meine Seele, bis du mich bringest zu deiner heiligen Wohnung, zu den heiligen Engeln und zu der Schar der Auserwählten. Ja, begleite mich vor den Thron deines himmlischen Vaters als dein Eigentuum, damit ich daselbst Gnade erlangen und als ein Erbe der Seligkeit angenommen werde. In meinem Abschied aus dieser Welt stehe bei mir und

mit Hülf mich nicht verlasse.

Ach, es kann mir in meinem Sterbstündlein Niemand helfen, als nur du, o Jesu, allein. Hilf mir und stärke meinen Glauben, hilf mir und gib Zeugnis meinem Geiste, daß ich wahrhaftig Gottes Kind sei, und jetzt als ein Kind Gottes das ewige Erbe empfangen werde, ja verlaß mich nicht, wann ich im Tod erblasse. Verlaß mich nicht, wann mir die Augen brechen; alsdann sei und bleibe du das Licht meiner Seele. Verlaß mich nicht, wann mir das Gehör vergehet, alsdann lehre, tröste und erquicke mich inwendig in meiner Seele. Verlaß mich nicht, wann mir die Sprache vergehet und ich nicht mehr beten kann, alsdann bete für mich, o Jesu, o heiliger Geist bete in mir und vertritt mich bei Gott mit unaussprechlichem Seufzen. Verlaß mich nicht, wenn ich nun verscheide, alsdann führe mich zur Himmelsfreude, ach nimm

Mein Seel’ an meinem letzten End’