Matthäus 24, 13 (Roos)

Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig. (Matth. 24, 13 LUT)

Querverweise:

Und ihr müsset gehaßt werden von jedermann um meines Namens willen. Wer aber bis an das Ende beharrt, der wird selig. (Matth. 10, 22)

Alsdann werden sie euch überantworten in Trübsal und werden euch töten. Und ihr müßt gehaßt werden um meines Namens willen von allen Völkern. (Matth. 24, 9)

Denn wir haben an Christus Anteil bekommen, wenn wir die erste Gewißheit bis zum Ende festhalten. (Hebr. 3, 14)

Nicht Alle, die laufen, erlangen das Kleinod, nicht Alle, die Gnade erlangt haben, bewahren ihren Gnadenstand bis an’s Ende. Es gibt Leute, die eine Zeit lang gläubig sind, aber zur Zeit der Anfechtung wieder abfallen. Es gibt Christen, welche dem Unflat der Welt durch die Erkenntnis Jesu Christi entflohen waren, und hernach wieder in denselben eingeflochten werden. Viele sind durch die Wollust gefällt worden, ohne daß ihnen etwas Schreckendes oder Beängstigendes in den Weg gekommen wäre; Viele werden aber unter dem Leiden matt, und weigern sich, auf dem schmalen Weg fortzugehen, wo täglich etwas zu verleugnen ist, und wo man oft auf ein Glück, das die Kinder dieser Welt an sich reißen, Verzicht tun muß; sie wenden sich also lieber mit dem Verlust des Glaubens und der Liebe zu der Welt, um bei ihr gute Tage zu bekommen. Dieses ist der Fall, von dem der Heiland Matthäi 24, 13 redet. Vorher hatte Er nämlich zu den Aposteln gesagt: Sie werden euch überantworten in Trübsal, und werden euch töten. Und ihr müsset gehaßt werden um Meines Namens willen von allen Völkern (Matth. 24, 9). Dann werden sich,“ setzte Er hinzu, „viele ärgern“; viele werden nämlich denken: wenn es den Vornehmsten unter den Christen so geht, so ist nicht gut ein Christ zu sein; die christliche Frömmigkeit macht unglückliche Leute. Es wird also Einer den Andern verraten, oder bei der Obrigkeit angeben, um sich bei ihr in Gunst zu setzen, und der Verratene wird den Glauben verleugnen, und seine Verräter wird er wegen einer andern Sache angeben, und so werden sie sich unter einander hassen.

Und es werden sich viele falsche Propheten erheben, und werden Viele verführen, und weil die Ungerechtigkeit unter der Verfolgung und Verführung wird überhand nehmen, wird die Liebe, ohne welche Niemand ein Christ sein kann, in Vielen erkalten. Wer aber geduldig ausharrt bis an’s Ende, wird errettet werden.

Wenn also Vieles zu leiden ist um Christi willen, so soll man geduldig ausharren bis an’s Ende.

Wenn falsche Lehren, Spaltungen, Trennungen, Abfälle und Rückfälle Anderer vorkommen, soll man in der Liebe Christi und der Brüder geduldig ausharren bis an’s Ende. Man soll sich nicht ärgern, sich nicht auf die Seite der Welt schlagen, und die Liebe in sich nicht erkalten lassen. Es wird nicht ewig so fortwähren. Das Ende der schweren Versuchungen ist bestimmt. Bis an dieses Ende soll man ausharren. Man soll das angefangene Wesen bis an’s Ende fest behalten. Man soll nicht sein von denen, „die da weichen, sondern von denen, die da glauben und ihre Seele retten“ (Hebr. 10, 39).

Die Seele wird man retten, wenn auch der Leib getötet würde, wiewohl auch über diesen Gottes bewahrende Vorsorge walten kann; da hingegen diejenigen, welche weichen, Unfrieden anstatt des Friedens, Unglück anstatt des Glücks, Schande anstatt der Ehre, den Fluch anstatt des Segens, und das Verderben anstatt der Seligkeit davon tragen. Gott gebe, daß Alle, die ihr Christentum zu bauen anfangen, tief graben und den Grund auf den Felsen legen (denn hier fehlt es bei Vielen), damit ihr Bau unter dem Sturm fest bleibe. Gott bewahre die Seinigen mit Seiner Macht durch den Glauben zur Seligkeit. Er bewahre sie auch alsdann, wenn die Wollust oder die Hoffnung eines weltlichen Glücks sie versucht.

(Magnus Friedrich Roos)

Wer ausharrt bis ans Ende,
wird endlich selig sein;
doch treffen harte Stände
noch bis zum Ende ein.
Viel Feinde sind zu dämpfen,
viel Proben durchzugeh’n;
der Glaube muß im Kämpfen
bis an sein Ende steh’n.

(Philipp Friedrich Hiller)

Quelle (Betrachtung): Glaubensstimme – Die Archive der Väter
Eingestellt am 10. Dezember 2021 – Letzte Überarbeitung am 6. Januar 2022