Sacharja, והירכז oder הירכז (LXX und Vulg.: Zacharias) war ein in Israel sehr gebräuchlicher Name. Etwa 30 biblische Personen führten ihn (vgl. 2. Kön. 14, 29; 18, 2; Jes. 8, 2; Sach. 1, 1; Esr. 8, 3. 11. 16; 10, 26; Neh. 8, 4; 11, 4. 5. 12; 1. Chron. 5, 7; 9, 21. 37; 15, 18. 24; 24, 25; 26, 2. 11; 27, 21; 2. Chron. 17, 7; 20, 14; 21, 2; 24, 20; 26, 5; 29, 13; 34, 12; 35, 8; Luk. 1, 5); die bekannteren darunter sind folgende:
1. Ein Priester und Prophet aus der Zeit des jüdischen Königs Joas, vgl. 2. Chr. 24 , 20ff. Derselbe war ein Sohn des Hohepriesters Jojada und richtete sein Drohwort gegen Juda, als Joas, dem Andrängen seiner Großen nachgebend, sich in der letzten Zeit seines Lebens zum Götzendienste hatte fortreißen lassen.
Infolge seines entschiedenen Auftretens gegen diesen Götzendienst und für Jehovas Ehre wurde er von einer Rotte Verschworener auf königliche Weisung in dem Vorhofe des Tempels gesteinigt, etwa um das Jahr 838. Die Tötung Sacharjas ist der letzte Prophetenmord, von welchem uns die Geschichtsbücher des Alten Testaments berichten; die Erinnerung an diesen Frevel lebte in dem Bewusstsein Israels als Erinnerung an eine der schwersten nationalen Verschuldungen bis in die spätesten Zeiten fort, vgl. das Targum zu Klagel. 2, 20; jer. Traktat Taanith, fol . 69, 1.2; bab. Traktat Sanhedrin, fol. 96, 2; Josephus, ant. 9, 8. 3. Es ist daher höchst wahrscheinlich, dass in den Worten des Herrn:
ὅπως ἔλθῃ ἐφ᾽ ὑμᾶς πᾶν αἷμα δίκαιον ἐκχυννόμενον ἐπὶ τῆς γῆς ἀπὸ τοῦ αἵματος Ἄβελ τοῦ δικαίου ἕως τοῦ αἵματος Ζαχαρίου υἱοῦ Βαραχίου, ὃν ἐφονεύσατε μεταξὺ τοῦ ναοῦ καὶ τοῦ θυσιαστηρίου ( Matth. 23 35,, vgl. Luk. 11, 51) dieser Sacharja gemeint ist, dass also Jesus mit der Ermordung Abels, von welcher uns die ersten Seiten des Alten Testam. erzählen, als dem terminus a quo, die Ermordung Sacharjas, welche auf den letzten Blättern des A. Testam. berichtet ist, als den terminus ad quem zusammenstellen wollte. Unter dieser Voraussetzung ersehen wir zugleich aus Matth. 23 , 35, dass die jüdische Tradition den Schauplatz der Ermordung, welchen die Chronik im allgemeinen als bezeichnet, speziell zwischen den Brandopferaltar und den Ulam verlegt. Da nun aber der in Matth. 23. 35 erwänte Sacharja ausdrücklich ein Sohn Berechjas genannt wird, wärend der Sacharja der Chronik ein Sohn des Hohepriesters Jojada war, so muss man entweder annehmen, dass Jojada auch noch den zweiten Namen Berechja gefürt habe (Luther ), oder dass Jojada eigentlich der Großvater und Berechja der Vater gewesen sei (Ebrard) , oder dass die Worte vἱοῦ Βαραχίου ein Glossem seien (vgl. Kuinöl zu Matth. 23, 35 ), oder, was das weitaus näher liegende sein dürfte, dass wir in den Worten vἱοῦ Βαραχίου ein Versehen, sei es des Evangelisten, sei es eines seiner ersten Abschreiber, anzuerkennen haben (de Wette, Meyer, Bleek). Als gänzlich verfehlt ist es fast allgemein anerkannt, wenn Andere ohne genügenden geschichtlichen Anhalt an den nachexilischen Propheten Sacharja (Chrysostomus, Hieronymus, vgl. hiegegen Ch . Wright, Zechariah pag. XVIII) oder an Zacharias , den Vater Johannis des Täufers , denken (Origenes, Basilius), und wieder Andere unter der Annahme, dass in Matth. 22 , 35 entweder das Partic. Praes . ἐκχυνόμενον weissagend gemeint sei oder ein dem Evangelisten zur Last fallender Anachronismus vorliege, auf den bei Josephus, bell. jud. 4, 5.4 erwähnten Zacharias , Sohn Baruchs, raten (Hug, Credner, Keim, Weiß).
Quelle:
Real-Encyklopädie für protestantische Theologie und Kirche.
Unter Mitwirkung vieler protestantischer Theologen und Gelehrten in zweiter, durchgängig verbesserter und vermehrter Auflage, begonnen von D. J.J. Herzog und D. G.T. Plitt, fortgeführt von D. Alb. Hauck, ord. Professor der Theologie an der Universität Erlangen.
Dreizehnter Band: Ritschl bis Scotus. Leipzig, 1884. J. C. Hinrichs’sche Buchhandlung.
[Digitalisat]