Denn die Augen des Herrn merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn steht wider die, die Böses tun. (1. Petrus 3, 12)
Die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet.
Diesen Vers schreibe in dein Herz mit festem Glauben, und siehe, ob er dir nicht Friede und Gutes schaffen wird. Kannst du das glauben, daß Gott droben sitze und nicht schlafe, oder anderswo hinsehe und dein vergessen habe, sondern mit wackeren, offenen Augen sieht auf die Gerechten, die da Gewalt und Unrecht leiden; was willst du denn klagen und Unmuts werden über Schaden oder Leid, so dir widerfährt, so Er seine gnädigen Augen gegen dir wendet, und freilich auch gedenket, als der rechte Richter und Gott, dir zu helfen. Dieses Auge wollte ich um aller Welt Gut kaufen, ja solchen Glauben, so ich ihn haben könnte; denn es fehlet gewiß nicht an seinem Ansehen, sondern an unserem Glauben.
Zu dem spricht Er: stehen auch seine Ohren offen auf das Gebet des Gerechten. Wie Er dich ansieht mit gnädigen, lachenden Augen, so hört Er auch mit leisen, offenen Ohren dein Klagen, Seufzen und Bitten; und hört’s nur gerne und mit Wohlgefallen, daß es sobald, so du nur den Mund auftust, erhört und Ja ist. – Wiederum spricht Er auch hierum auf den anderen Haufen, daß der Herr mit seinem Angesicht sieht auf die, die da Böses tun. Er hat ja seine Augen auf die Frommen; aber dennoch sieht Er auch hierum auf den anderen Haufen mit seinem Angesichte. Das ist nicht ein freundlicher Anblick oder gnädig Gesicht, sondern ein sauer, zornig Ansehen, darob sich die Stirn runzelt, die Nase rümpfet und die Augen rot und glühend funkeln, wie ein zorniger Mensch tut. Denn das heißt die Schrift, das Angesicht des Herrn, so Er zürnet; wie wiederum die Augen das fröhliche, freundliche Ansehen. – Nun solch Angesicht Gottes, was tut es, und warum, oder wozu sieht Er auf die, so Böses tun? Freilich nicht, daß Er sie erhöre oder helfe, und Segen oder Glück gebe zu ihrem bösen Tun; sondern dazu spricht Er weiter, daß Er ihr Gedächtnis ausrotte von der Erde. Das ist ein gräulicher, schrecklicher Spruch, dafür ein Herz wohl möchte als von einem Donnerschlag zur Erde sinken, wo nicht die Gottlosen mit so verstockten Herzen könnten Gottes Wort verachten.
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Die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn sieht auf die, so Böses tun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommt? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht, und erschreckt nicht. Heiligt aber Gott den Herrn in euren Herzen. (1. Petrus 3, 12.13.14.15a)
Trachtet nur nach dem Einen, daß ihr dem Guten nachkommt. Fragt nur nach dem Einen, was Gottes Wille ist; den tut. Dann ist Gott für euch. Ist aber Gott für uns, wer mag dann wider uns sein (Römer 8, 31b)? Ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig (V. 14a). Auf Gottes Wegen wandeln, ist immer Seligkeit. Darum fürchtet euch vor der Menschen Trotzen nicht und erschreckt nicht (V. 14b). Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, aber die Seele nicht mögen töten; fürchtet euch vielmehr vor Dem, der Leib und Seele verderben mag in die Hölle (Matthäus 10, 28).
Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen, daß wir uns selbst und unser ganzes Leben heiligen. Heiligen wir aber also Gott in unserm Herzen, dann wird das Trotzen der Welt uns nicht mehr Furcht und Schrecken machen, – der Herr ist mein Licht und Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? (Psalm 27, 1) ─ Der Herr ist mein Helfer, ich will mich nicht fürchten; der Herr ist mein Schutz, mein Gott ist der Hort meiner Seele. Heiligen wir Gott in unserm Herzen, dann werden wir immer friedevoller und glücklicher, dann werden wir immer mehr gute Tage sehen und immer mehr Ursache finden zum Loben und Danken.
Quelle:
Übersicht: 1. Petrusbrief

