Weise: Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 190 (38).
1. Mein Heiland, es ist Deine Sache,
Daß Du die Deinigen bewahrst
Und Deine Treue gegen Schwache,
Die in der Welt sind, offenbarst.
Das gibt mir Mut; ich glaube nun:
Du bist getreu, Du wirst es tun.
2. Ich kann wohl selber mich verlieren,
Mich selig machen kann ich nicht,
Du mußt allein zu Gott mich führen,
Sonst komm ich ewig nicht zum Licht.
So führ mich denn; ich glaube nun:
Du bist getreu, Du wirst es tun.
3. Bewahre mich vor allen Stricken,
Die Satan und die Welt mir legt;
Bewahr mich vor geheimen Tücken,
Wenn meine eig’ne Lust sich regt.
Dies schreckt mich oft, doch glaub‘ ich nun:
Du bist getreu, Du wirst es tun.
4. Den Glauben stärk‘ bei Satans Pfeilen,
Die Liebe bei dem Haß der Welt.
Scheint Dein Erscheinen zu verweilen,
Gib, daß die Hoffnung Probe hält.
Bewahre mich, Dein bin ich nun;
Du bist getreu, Du wirst es tun.
5. Ich weiß, daß Du noch jetzt die Deinen
Und mich beim Vater auch vertrittst,
Und bis Du herrlich wirst erscheinen,
Als der getreue Priester bitt’st.
Da schaut man Dich und betet an:
Du bist getreu, Du hast’s getan!
Liedtext: Philipp Friedrich Hiller (1699-1769)
Melodie: Georg Neumark (1621-1681) „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende”;
„Wer nur den lieben Gott läßt walten”
Quelle:
Lied zum 5. December, in: Geistliches Liederkästlein zum Lobe Gottes, bestehend aus 732 kleinen Oden über so viel biblische Sprüche. Kindern Gottes zum Dienst aufgesetzt von M. Ph. Friedr. Hiller, Pfarrer in Steinheim bei Heidenheim. In zwei Theilen. Neue, sorgfältig durchgesehene Auflage. Vermehrt mit dem Lebenslauf, sowie Bildniß des Verfassers und einem Register über sämmtliche Liederverse. Reutlingen, Druck und Verlag der D. G. Kurtz’schen Buchhandlung. [Seite 721; Digitalisat]
Weblinks und Verweise
Choralmelodieseite „Wer nur den lieben Gott läßt walten“ (mit 1stimm. Notensatz von Georg Neumark, 1657, jpg-File; jeweils externe Links zu Bach Cantatas Website)
