Markus Hauser (1849-1900)

Markus Hauser (* 5. Mai 1849 in Trasadingen; † 12. Dezember 1900 in Zürich) war ein Schweizer Prediger und Seelsorger [1], er gehörte zu den bekannten Persönlichkeiten der Heiligungs- und Evangelisationsbewegung.

Leben

Markus Hauser, der Sohn eines Küfers und späteren Dorfweibels [Amtsdiener] und dessen Ehefrau Maria Glinz, verbrachte die frühe Kindheit im Elternhaus. Aufgrund der Ehescheidung kam er im Alter von 10 Jahren in die Rettungsherberge (Kinderheim) „Friedeck“ in Buch SH. Nach einer Depressionsphase bis hin zu Selbstmordgedanken erlebte er dort seine Bekehrung, worüber er selbst schrieb: „Die Nacht war vorüber, die Sünden getilgt, …der Herr trocknete meine Tränen. Meine Gebete waren erhört. Jesus lebt, Jesus liebt mich, das stand mir nun fest“ [2, siehe unten].

Nach der Schule arbeitete er eine Zeitlang in einer Gärtnerei in Basel, dann in einer Buchhandlung. In Basel bewarb er sich als Zögling bei der Pilgermissionsanstalt St. Chrischona. Nach der Probezeit wurde er wegen seines schwachen Augenlichtes entlassen, aber aufgrund der Fürsprache von Inspektor Carl Heinrich Rappard durfte er dann doch bleiben [1].

Nach vierjähriger Ausbildung zum Prediger und Evangelisten begann er 1872 in Mattwil bei Sulgen (Kanton Thurgau) seinen Verkündigungsdienst. 1878 wurde Hauser nach Reinach (Kanton Aargau) versetzt. Dort wuchs die Chrischona-Gemeinde unter seiner Leitung stark an [3]. 1887 begann Hauser auf Beschluß der Pilgermission einen siebenjährigen Dienst in Frauenfeld.

Bethel-Kapelle von St. Chrischona

Bethel-Kapelle der St. Chrischona Pilgermission in Zürich
(Bild: Ijc, Public Domain)

1894 zog Hauser mit seiner Familie nach Zürich. Dort gründete er gemeinsam mit Samuel Zeller einen eigenen Verein, der im Oktober 1899 die sog. Bethelkapelle mit einem Saal für 1600 Personen einweihte [4].

Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich ab Februar 1900 und zwang den erst 51-jährigen, die Arbeit ganz niederzulegen. Am 12. Dezember 1900 verstarb Hauser.

Hauser wirkte nicht nur durch seine Predigten und Vorträge, sondern auch durch Artikel und Bücher, die bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts nachgedruckt wurden [5].

Schriften (Auswahl)

Hoffnungsblicke – Tägliche Andachten von Markus Hauser. Mit Vorwort von C. H. Rappard. Gotha, 1912.
Hoffnungsblicke – Tägliche Andachten. Aus seinen Schriften zusammengestellt und herausgegeben von Albert Jung-Hauser. Spener-Verlag, Marburg, 1937; Anker-Verlag, 13. Auflage 1966; Christliches Verlagshaus Stuttgart, 17. Auflage 1994)
Gottes Friedenswege diesseits und jenseits des Grabes. Brunnen, 1952.
Kraft aus der Höhe. Brunnen, 1942.
Komme bald, Herr Jesu. Aus Schriften von Markus Hauser. Zusammengestellt und bearb. von Albert Jung. Gießen, 1916; Verl. Buchh. Bethe, 1948.
Siegeswaffen im Glaubenskampf. Brunnen, 1942.
Das Schuldbewußtsein. Selbstverlag des Verfassers, Druck C. Aschmann, 1899; Brunnen, 1942.
Blicke in die Ewigkeit. [online lesen]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Albert Jung-Hauser: Markus Hauser – Ein Hoffnungsleben. Brunnen-Verlag, Gießen und Basel 1952, S. 16f.
  2. Albert Jung-Hauser: Markus Hauser – Ein Hoffnungsleben. Brunnen-Verlag, Gießen und Basel 1952, S. 11.
  3. Online-Inventar der Kantonalen Denkmalpflege Aargau Abgerufen am 28. Mai 2021
  4. chrischonazuerich.ch, abgerufen am 28. Mai 2021
  5. Stephan Holthaus: Heil, Heilung, Heiligung. Die Geschichte der deutschen Heiligungs- und Evangelisationsbewegung (1874-1909) (= Kirchengeschichtliche Monographien 24). Brunnen Verlag, Gießen 2005, ISBN 3-765-5948-57, S. 278 f.
Quelle: Seite „Markus Hauser (Prediger)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 17. Dezember 2018, 15:31 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Markus_Hauser_(Prediger)&oldid=183788800 (Abgerufen: 26. Mai 2021, 21:24 UTC)

Weblinks und Verweise:

Albert Jung-Hauser: Markus Hauser – Ein Hoffnungsleben. Aus der Sammlung “Zeugen des gegenwärtigen Gottes” – Band 25/26 – Brunnen-Verlag, Giessen und Basel 1952 [Digitalisat]

Aus dem Vorwort von Eugen Reichardt:

Das Leben und die Botschaft von Markus Hauser sind ein zeitgemäßer Weckruf für die Gemeinde und ein kräftiges Christus-Zeugnis an die Welt. Wie ist doch Gottes Wort in seiner rettenden und heiligenden Kraft in diesem schwachen Menschenleben Geschichte geworden, Kampfes- und Leidens-, aber auch Segens- ­und Siegesgeschichte! Frucht, viel Frucht, bleibende Frucht durfte reifen in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit des Lebens und Dienstes. Und wo liegt das Geheimnis? Das Jesuswort in Joh. 15, 5 enthüllt es uns: „Wer in Mir bleibt und Ich in ihm, der bringt viel Frucht.“

Wollen wir den leuchtenden Spuren dieses gesegne­ten Lebens folgen, dann heißt es auch für uns: Auf das „In-Ihm-Sein und Bleiben“, auf diese Innigkeit un­serer Lebensgemeinschaft mit Jesus kommt alles an. In Ihm wurzeln, aus Ihm wachsen, durch Ihn Frucht bringen! Und Frucht ist nicht in erster Linie Leistung nach außen, sondern Heiligung des Lebens nach innen, nach Geist, Seele und Leib. Erst  S e i n, dann  T u n.

Die Glaubens-, Hoffnungs-und Liebeskraft des teu­ren Gottesmannes, dem die Gemeinde Jesu, und nicht zuletzt die Bethelgemeinde, so viel verdankt, hat er nicht aus sich selbst herausgeholt, sondern sie ist ihm auf anhaltendes Gebet vom Gnadenthron zugeflossen. Und welche Gottes- und· Geisteskräfte wurden in die­sem Schwachen mächtig! So gehe denn dieses Büchlein unter dem Segen Got­tes hinaus, als Ruf an alle Schwachen:

Rechne mit Gottes Kraft!
Als Weckruf zum Glauben: Glaube nur, … !
Als Mahnruf zur Vertiefung: Bleibe in Mir!
Als Hoffnungsruf der Braut: 0 komme bald, Herr Jesu!

Markus Hauser schreibt über sein Bekehrungserlebnis:

„Jene Stürme werde ich nie vergessen. Immer schlimmer schien es mit mir zu werden. Je mehr ich betete, desto schlechter wurde Ich. Es wollte mir nichts gelingen. Ich zog mir schwere Vor­würfe und eindringliche Ermahnungen zu. Ernste An­läufe, Gott zu suchen, bringen große Aufregung. See­lenkämpfe können die Körperkraft sehr aufzehren. Dazu kommt das Mißgeschick, nicht verstanden zu werden, den Nächsten und Liebsten ein Rätsel zu sein. Längere Zeit fand mich die Abenddämmerung an einem stillen Plätzchen, wo ich unbelauscht flehen und meinen Tränen freien Lauf lassen konnte. Die Nacht wurde so schwarz, daß Selbstmordgedanken nicht aus­blieben. ,Du bist nicht wert, daß dich die Erde trägt!‘ tönte es in meinem Innern. Warum? Der Herr trat näher und näher; durch anhaltendes Flehen war ich Ihm nähergerückt; Seine Nähe aber verbreitet Licht.

O wie schwarz, wie schlecht wurde mir die Sünde! Ich fühlte, daß ich in Gottes Gemeinschaft nicht tauge. Vor innerem Weh und Leid schrie ich; fünf Tage und fünf Nächte waren besonders stürmisch. Dann kamen Satans Anfechtungen; öfter auch erschreckten mich schwere Träume. Als es aufs äußerste gekommen war,  fand mich der liebe Hausvater weinend und betend auf dem Heustock, wo ich Arbeit zu verrichten hatte. Jetzt ging ihm ein Licht auf; er erkannte meinen Zu­stand. Er nahm mich beiseite, redete herzlich mit mir, und nachdem ich ihm alles gesagt, was mich drückte, knieten wir nieder, er legte mir die Hände auf und rang für mich um Gnade. Welche Veränderung! Die Nacht war vorüber, die Sünden getilgt, die Scheidewand hinweggenommen, der Herr trocknete meine Tränen. Meine Gebete waren er­hört. ,Jesus  l e b t,  Jesus  l i e b t mich!‘ – das stand mir nun fest. Eine herrliche Zeit brach an. ,Du hast mich, ich hab‘ Dich erlesen!‘ sang ich aus vollster Über­zeugung. Jesus wurde mein Friede. Gepriesen sei Er! Er ist es geblieben bis auf diese Stunde.“

Biblische Betrachtungen von Markus Hauser:

Lukas 11, 23

Lukas 13, 24

Römer 8, 7

Kolosser 3, 17

Eingestellt am 26. Mai 2021 – Letzte Überarbeitung am 2. Oktober 2021