13. Februar

Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet.
1. Johannes 4, 19

Und wie sehr hat er uns geliebet! Unmöglich können wir da hineinschauen, ohne daß auch unser Herz in brünstige Gegenliebe entflammt würde. Welche Seligkeit wird das einst in der Seligkeit sein, ihn aus allen Kräften zu lieben und lieben zu können; wie sehr ist’s aber zu beklagen, daß hienieden unsere Liebe mehrenteils so lau ist. Wie viel Blindheit und Unglaube steckt doch in uns, die solch einen unfruchtbaren Winter in uns erzeugen. Welch ein Glück indes, daß das die Liebe nicht ist, daß wir ihn lieben, sondern daß er uns liebt. Was kann uns auch besser zu ihm treiben, was uns mehr bei ihm festhalten, als entweder die Liebe, oder unsere Not und Elend? Wo sollen wir hin? fragte Petrus, und wo wollen wir denn hin? Je elender es um uns aussieht, desto nötiger haben wir ihn ja, und
auf welchem andern Wege gedenken wir denn irgend einer Not enthoben zu werden? „Dennoch,“ sagt Asaph, mochte es auch gehen, wie es konnte. „Aber doch,“ sagte jenes kanaanäische Weib, und es geriet. “Hier will ich sterben”, sagte Joab, und faßte die Hörner des Altars. “Ich lasse dich nicht,” schrie Jakob mit verrenkter Hüfte. Mögen denn andere dem Eitelen nachjagen, bleibt’s doch bei uns fest dabei:

Jesus soll es sein und bleiben
Dem ich lebe, des ich sei;
Nichts soll mich von Jesu treiben.
Du wirst, Jesu, mich nicht lassen;
Ewig will ich dich umfassen.

Andacht aus: Tägliches Manna für Pilger durch die Wüste. Schatzkästlein aus Gottfried Daniel Krummachers Predigten, Seite 45. Neu herausgegeben von J. Haarbeck, Pastor in Elberfeld, im November 1899 (Verlag der Buchhandlung des Erziehungsvereins, Neukirchen, Kreis Mörs)

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