2. Könige 7, 3

Und es waren vier aussätzige Männer an der Tür vor dem Tor; und einer sprach zum andern: Was wollen wir hier bleiben, bis wir sterben?

Lieber Leser, dies Büchlein sollte hauptsächlich zur Erbauung der Gläubigen dienen; wenn du aber noch nicht bekehrt und errettet bist, so ist meine Seele betrübt über dich, und ich möchte hier gern ein Wort sagen, das dir zum Segen gereichen könnte. Schlage deine Bibel auf und lies die Geschichte von den Aussätzigen, und denke über ihre Lage nach; denn sie gleicht der deinigen aufs Haar. Wenn du bleibst, wo du jetzt bist, so mußt du umkommen; gehst du aber zum Herrn Jesus, so kannst du höchstens auch sterben. „Wer nichts wagt, gewinnt nichts,“ sagt ein altes Sprichwort, und in deinem Falle ist das Wagnis nicht groß. Wenn du in dumpfer Verzweiflung dasitzest, so kann dich niemand bedauern, wenn dein Verderben hereinbricht; wenn du aber unerlöst sterben müsstest, nachdem du Gnade gesucht hast – vorausgesetzt, daß dies möglich wäre – so wärest du ein Gegenstand des allgemeinsten und gerechtesten Mitleids. Keiner kann entrinnen, der sich sträubt, zu Jesu aufzublicken; etliche, die an Ihn glauben, sind, wie du weißt, errettet worden; warum sollte das nicht auch bei dir möglich sein? Die Leute zu Ninive sprachen: „Wer weiß?“ So laß dich denn von der gleichen Hoffnung leiten, und stelle des Herrn Barmherzigkeit auf die Probe. Ach, es ist so schrecklich, ins Verderben zu stürzen, und wenn auch nur ein Strohhalm da wäre, an dem du dich halten könntest, so müßte der Trieb der Selbsterhaltung dich nötigen, die Hand danach auszustrecken. Was ich dir bis jetzt gesagt habe, stützt sich ganz nur auf deinen Zweifel und Unglauben, aber nun bezeuge ich dir als vom Herrn, daß, wenn du Ihn suchst, so läßt Er sich von dir finden. Jesus stößt keinen hinaus, der zu Ihm kommt. Du wirst nicht umkommen, wenn du auf Ihn vertraust; im Gegenteil, du wirst weit größere Schätze finden, als die armen Aussätzigen sie im verlassenen Lager der Syrer sammelten. Möge der Heilige Geist dich ermutigen, alsobald hinzugehen, so wirst du nicht umsonst glauben. Und wenn du selig geworden bist, so gehe hin und verkündige andern die gute Botschaft. Verschweige deinen Frieden nicht; verkündige dein Heil dem Hause des himmlischen Königs, und schließe Freundschaft mit den Seinen; sage es an dem Torhüter der Stadt und den Beamten, was dir begegnet ist, und mache die gute Botschaft überall bekannt. Der Herr mache dich noch heute selig, bevor der Tag zur Neige geht!

Quelle: Morgen-Andacht zum 13. März, in: Thau-Perlen zur täglichen Erquickung aus Gottes Wort, gesammelt von ► C.H. Spurgeon, Prediger in London. Dem deutschen Christenvolke dargeboten von Dr. Balmer-Rinck. Verlag von William Oncken, Hamburg 1867.