O wie freun wir uns der Stunde (Spitta)

1) O wie freu’n wir uns der Stunde,
da wir dir, Herr Jesus, nahn,
um aus deinem heil’gen Munde
Lebensworte zu empfahn!
Lass uns heute nicht vergebens
Hörer deines Wortes sein,
schreibe selbst das Wort des Lebens
tief in unsre Herzen ein.

2) Sieh, wir sitzen dir zu Füßen,
großer Meister, rede du;
sieh, wir hören deiner süßen
Rede heilsbegierig zu.
Lehr uns, wie wir selig werden,
lehr uns, wie wir unsre Zeit,
diese kurze Zeit auf Erden,
nützen für die Ewigkeit.

3) Lehr uns, wie wir dem Verderben
durch der Gnade Kraft entgehn,
wie wir, eh wir leiblich sterben,
wahrhaft geistlich auferstehn,
und nach deinem Wohlgefallen
denken, reden, leiden, tun,
graden Weges dahin wallen,
wo wir nach der Arbeit ruhn.

4) Dazu öffn’ uns das Verständnis,
wie den Jüngern du getan,
zu lebendiger Erkenntnis
trag die Fackel uns voran,
Licht der Welt, das schon verscheuchte
manche dichte Finsternis,
Licht der Welt, auch uns erleuchte,
denn im Licht geht man gewiß.

5) Gieß uns aber auch das Feuer
deiner Liebe in das Herz,
daß wir an dir immer treuer
hangen unter Freud und Schmerz.
Keine Last sei uns beschwerlich,
die von dir uns auferlegt,
und uns alles leicht entbehrlich,
was mit dir sich nicht verträgt.

6) Nun so lege Licht und Liebe,
Kraft und Feuer auf dein Wort,
laß es mit lebend’gem Triebe
in uns wirken fort und fort.
Hilf uns, daß wir treu bewahren,
was wir in das Herz gefaßt,
und laß andre auch erfahren,
daß du Lebensworte hast.

Liedtext: Carl Johann Philipp Spitta (1801-1859)
Psalter und Harfe, 165-167.

Links und Verweise:

Liedeintrag bei Christ My Song

Notensatz, 4stimmig (pdf, externer Link zu liederindex.de)

Notensatz, 4stimmig (pdf, Spitta/Rüegg, externer Link zu Christ My Song)