20. Januar

Dein Wort ward mir Speise, da ich’s empfing; und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt; HERR, Gott Zebaoth.
(Jeremia 15, 16)

Mag der Seele auch je zuweilen das Wort Gottes wie ein toter Buchstabe sein, und sie einem Kranken gleichen, dem das Brot widerlich ist – was ist es ihr aber manchmal! Sie spürt den rechten innerlichen Ausleger, den heiligen Geist, und so ist die Zeit da, von welcher Jesus sagt, daß er alsdann nicht mehr durch Sprichworte mit den Seinen reden, sondern ihnen frei heraus verkündigen wolle von seinem Vater (Joh. 16, 25). Welche köstlichen Aufschlüsse werden ihnen zuteil! Welche großen und herrlichen Sachen enthält oft  e i n  Spruch, ja ein einzelnes Wort, welche Glaubensgründe, welche Höhen und Tiefen!

Ja, das Herz wird zusammengefasst in der Liebe zu allem Reichtum des gewissen Verstandes des Geheimnisses Gottes und des Vaters und Christi, in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis (Kol. 2, 2.3). Kein Wunder, wenn sie alsdann das Wort süßer finden als Honig, köstlicher als feines Gold. Sie haben die Salbung und wissen alles; und ein solcher Tag in den Vorhöfen des Herrn ist wirklich besser, denn sonst tausend.

Bist du vielleicht betrübet,
Ja wirst du fort und fort
In Kreuz und Not geübet,
Komm, hier ist Gottes Wort;
Dies wird dich schon erquicken,
Daß, wenn gleich Höll‘ und Welt
Dich wollen unterdrücken,
Du doch behältst das Feld.

Schriftstellen:

Solches habe ich zu euch durch Sprichwörter geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwörter mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. (Joh. 16, 25)

Auf daß ihre Herzen ermahnt und zusammengefaßt werden in der Liebe und zu allem Reichtum des gewissen Verständnisses, zu erkennen das Geheimnis Gottes, des Vaters und Christi, in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. (Kol. 2, 2.3)

Und ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und wisset alles. (1. Joh. 2, 20)

Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser denn sonst tausend; ich will lieber der Tür hüten in meines Gottes Hause denn wohnen in der Gottlosen Hütten. (Ps. 84, 10)

Aus: Tägliches Manna für Pilger durch die Wüste. Schatzkästlein aus Gottfried Daniel Krummachers Predigten. Neu herausgegeben von J. Haarbeck, Pastor in Elberfeld (Verlag der Buchhandlung des Erziehungsvereins, Neukirchen, Kreis Mörs)