Von dem hl. Geist und dem Werke der Heiligung.
Heiliges Abendmahl.
Weise: Mein Herzens=Jesu.
1. Hier stellt ein Gast sich bei dir ein,
Den du selbst hast geladen;
Mein Freund, er wünscht, gelabt zu sein
Bei deinem Tisch der Gnaden;
Wer hungrig ist, erlangt hier Speis‘;
Wer dürstet, der kann gleicherweis‘
Trank und Erquickung haben.
2. Er weiß, daß er nicht würdig scheint,
Zu diesem mahl zu kommen,
Doch tröstet ihn, daß du, mein Freund,
Stets Sünder angenommen;
Drum naht er sich in Demut hier,
Und glaubt dabei, er werd‘ von dir
Niemalen sein verstoßen.
3. Ich bin, mein Freund, der arme Gast,
Der zu dir jetzt sich findet;
Ich bin’s, den du gerufen hast,
Der auf dein Wort sich gründet,
Daß es den müden Seelen glückt
Und daß man bei dir sieht erquickt
Mühsel’ge und Beladene.
4. Hier steh ich denn voll Zuversicht
Und wart‘ auf deine Gaben,
Zu dir ist Aug‘ und Herz gericht’t
Und wünschet dich zu haben;
Laß mit und unter Brot und Wein
Dein Leib und Blut gereichet sein
Mir je auf mein Verlangen.
5. Hilf mir, daß es zu dieser Stund
Recht würdig werd‘ genossen,
Ja flöß‘ mir selbst in Herz und Mund,
Was du für mich vergossen.
Ach speis‘ und tränke gnädiglich,
Mein Freund,zum ew’gen Leben mich
Mit diesen teuren Gaben.
6. Gib, daß ich jetzt und allezeit
Mög‘ bei mir wohl bedenken,
Wie du zum Pfand der Seligkeit
Dich ganz mir wollen schenken;
Daß meine Sünden, groß und klein,
Vergeben und vergessen sein
Und durch dein Blut getilget.
7. Laß mich, wenn ich hinzu werd gehn,
Die Wahrheit recht hoch schätzen,
Daß es zu unsrem Heil gescheh,
Was du hier woll’n einsetzen;
Ja, daß ich mich des nehme an,
Es sei auch mir zugut getan,
Dein ganz Verdienst sei meine.
8. So komm, mein Freund, und labe mich,
Ich warte mit Verlangen,
Mein Geist und Seele sehnet sich
Dich würdig zu empfangen.
Ach komm und bleibe stets in mir;
Mein Herze soll alleine dir
Zur eignen Wohnung dienen.
Liedtext: Ludwig Friedrich I., Fürst zu Schwarzburg-Rudolstadt (1667-1718)
Melodie: Wittenberg 1535, Martin Luther (1483-1546), in: Joseph Klug’s Geistliche Lieder.
Quelle:
Lied Nr. 15, in: Christliches Hausbüchlein. Von † Pfarrer Gottlob Baumann in Kemnat. Eine Sammlung meist alter, bewährter Gebete und Lieder, besonders über die Heilsordnung, 15. Auflage, S. 71f. Verlag der Evangelischen Gesellschaft, Färberstraße 2, Stuttgart 1910.
Ludwig Friedrich I. von Schwarzburg-Rudolstadt (* 15. Oktober 1667 in Rudolstadt; † 24. Juni 1718 ebenda) war von 1710 bis 1718 regierender Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt, Graf von Hohnstein, Herr von Rudolstadt, Blankenburg und Sondershausen. Der Fürst gehörte zum Haus Schwarzburg und war der Sohn von Albert Anton von Schwarzburg-Rudolstadt und dessen Gemahlin, der Dichterin und Pietistin Aemilie Juliane von Barby-Mühlingen. (Angaben nach Wikipedia)
Weblinks und Verweise
Seite „Ludwig Friedrich I. (Schwarzburg-Rudolstadt)“ in der deutschsprach. Wikipedia
Melodieseite (LUTHERS HYMN), mit Notensatz, 4stimmig (PDF) und Audiofiles (midi, mp3) bei Hymnary.org
Notensatz, 4stimmig (M. Luther, Mein Herzens=Jesu!, Lied Nr. 151 im Gesangbuch der Evangelischen Gemeinschaft Cleveland/Ohio, 1912); externe Links zu Hymnary.org

