Friedrich Traub wurde am 19. Januar 1873 in Korntal als Sohn lebendiger Christen, des Handwerksmeisters Jakob Traub und dessen Ehefrau Gottliebin (geb. Krauß) geboren.
Er besuchte die damals weithin bekannte Korntaler Lateinschule. Neben dem Lateinischen lernte er dort auch Französisch und Griechisch. Friedrich war ein begabter und fleißiger Schüler. Doch konnte er ein angestrebtes Theologiestudium aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten – er litt unter starken Kopf- und Nervenschmerzen. So begann der junge Mann eine Kaufmannslehre in Gschwend bei Gaildorf. Dort machten ihm innere Nöte zu schaffen. Friedrich Traub scheibt von dieser Zeit:
„Die Fenster des Himmels waren mir noch ziemlich verschlossen, und kein Herz stand mir nahe, dem ich meine Not hätte klagen können, so daß ich in düstere Melancholie verfiel. Das Leben wurde mir oft unerträglich. Aber der Herr, mein Erbarmer, der mich in der Jugend zweimal vom Ertrinken gerettet hat, ließ mich auch hier nicht sinken, sondern wußte mich durch Nacht zum Licht, durch Kampf zum Sieg zu führen.“
Seine Ausbildung zum Dienst ermöglichte ihm sein Herr Jesus Christus in der
Missionsanstalt St. Chrischona bei Basel in der deutschsprachigen Schweiz. Er konnte als Missionsschüler am 2. September 1893 eintreten. Doch auch hier stand ein umfangreiches Lernpensum auf dem Plan, und abermals waren ihm die Schmerzzustände hinderlich. Ferienaufenthalte in Korntal und Besuche in Hauptwil und Männedorf ermöglichten ihm Erholungszeiten. Er nutzte sie zur Einkehr und dem Umgang mit Gott und seinem Wort. Fr. Traub drückte es so aus:
„Es ist mir ein tiefes Anliegen, innerlich zu wachsen und möglicht fest und reif zu sein, und das geht in der Stille am besten.“
Der Abschluß seiner Missionsausbildung erfolgte 1896.
Im Jahr 1889 hatte die in Barmen gegründete Deutsche China-Allianz-Mission als erste deutschsprachige Mission begonnen, im Rahmen der China-Inlands-Mission zu arbeiten. 1895 folgte die Pilgermission St. Chrischona und 1899 die Liebenzeller Mission. Diese Missionswerke waren beide von der Heiligungsbewegung geprägt und sollten für die Vandsburger die entscheidenden Verbindungen nach China knüpfen.
Auf Initiative Friedrich Traubs geht in der Folge die Gründung der Marburger Mission zurück. Als erste Missionarin wurde die Diakonisse Elisabeth Gramenz im Jahr 1909 als Mitarbeiterin der China-Inland-Mission nach China entsendet. Ihr folgten weitere Diakonissen (und ab 1929 auch Missionare) in das Gebiet Yünnan unter dem Namen „Yünnan-Mission im Verband der China-Inland-Mission“. Die Arbeit der Missionare dehnte sich in der Folge auf Gebiete in Japan, Taiwan und Thailand aus,
(wird fortgesetzt)
Bildnachweise:
Portrait von Friedrich Traub: aus Pagel, Arno, Ernst Gottlieb Woltersdorf/Friedrich Traub – Zwei Frühvollendete.
Portal der Alten Lateinschule Korntal: © MSeses / Wikimedia Commons / Liz. CC BY-SA 3.0
Werke
Die Leidensgeschichte Jesu Christi im Grundriß: Einleitende Gedanken zum tieferen Verständnis. Von Friedrich Traub. Selbstverlag des Verfassers. Leutkirch 1910 (Druck von F. Muttscheller, Ulm a. D.) – Eintrag opacplus
Ruf aus China. Von Friedrich Traub. Glarus: Merkur, 1907.
Literatur über Friedrich Traub
Hägele, Friedemann (Hrsg.): Friedrich Traub: ein Pionier der Chinamission – aus Liebe zu Christus. Neuhausen-Stuttgart: Hänssler, 1995. ISBN-10: 3775122931.
Pagel, Arno: Ehret, liebet, lobet Ihn! – Vier schwäbische Liederdichter: Philipp Friedrich Hiller, Albert Knapp, Christian Gottlob Barth, Friedrich Traub. Verlag der Liebenzeller Mission, 1986. ISBN-10: 3880023093.
Pagel, Arno: Ehret, liebet, lobet ihn! Aus dem Leben und Schaffen der Liederdichter Hiller, Knapp, Barth und Traub. Liebenzeller Mission, Bad Liebenzell 1986, ISBN 3-88002-309-3 (= Telos-Bücher; 2301; Telos erzählende Paperback). (Digitalisat, PDF)
Pagel, Arno: Friedrich Traub. Studienausgabe (Digitalisat, PDF)
Pagel, Arno: Ernst Gottlieb Woltersdorf/Friedrich Traub – Zwei Frühvollendete. Aus der Sammlung „Zeugen des gegenwärtigen Gottes“ – Band 79/80. Brunnen-Verlag, Gießen, 1954.
Lieder von Friedrich Traub
Dir zur Verfügung, mein Gott und mein Herr! (Sieges-Lieder, Nr. 102)
Jesus lebet, Jesus siegt (Sieges-Lieder, Nr. 1)
Und dennoch, wenn’s auch tobt und stürmt (Sieges-Lieder, Nr. 116)
Was Sünde ist? – Ich hab es herb erfahren!
Wie er mich durchbringt, weiß ich nicht (Glaubenslieder 2001, Nr. 396)
Gedichte von Friedrich Traub
Lebt wohl!
Quellenverzeichnis
Pagel, Arno: Ernst Gottlieb Woltersdorf/FriedrichTraub – Zwei Frühvollendete. Aus der Sammlung „Zeugen des gegenwärtigen Gottes“ – Band 79/80, S. 68-111. Brunnen-Verlag, Gießen, 1954. [Digitalisat im PDF-Format, bei Sermon Online]
Aus dem Klappentext dieses Buches:
Auch Friedrich T r a u b, dem Chinamissionar, blieb nur eine kurze Zeit für sein Wirken im Reiche Gottes. Nachdem er durch die geistesmächtige Verkündigung von Otto Stockmayer und Samuel Zeller zum lebendigen Glauben gekommen war, führte ihn sein Weg zunächst auf die Missionsanstalt St. Chrischona und dann in den Dienst der Heidenmission nach China. Unter seinen geliebten Chinesen hat er zwar viel Kampf, aber auch viel Wunder der Gnade erleben dürfen, bis ihn mit nur 33 Jahren der Typhus dahinraffte. Auch ihm war wie Woltersdorf die Gabe geschenkt, in Liedern auszusagen, was sein Herz erfüllte. Den Lebensbildern der beiden Gottesmänner sind die schönsten ihrer Dichtungen angefügt.
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Lieder von Friedrich Traub in der Christlichen Liederdatenbank

