Was Sünde ist? – Ich hab es herb erfahren!
Empörung ist’s und Tyrannei und Nacht!
Sie quälte mich schon in den Kinderjahren,
Verdammnis nur, sonst nichts hat sie gebracht.
Was Gnade ist? – Das sah ich nicht im Schlafe.
Am Boden lag ich, betend und geknickt.
Da nahm der Herr hinweg die Schuld und Strafe
und hat den Friedenskuß mir aufgedrückt.
Was Tod ist? – Ach! Getrennt sein von der Quelle,
das Herz schlägt wohl, doch nicht für seinen Gott,
das Aug‘ sieht nicht des Gotteslichtes Helle,
das Ohr hört nicht Sein Wort. – Das ist der Tod!
Was Leben ist? – Gott selbst! Nur er kann’s geben;
von Ihm gelöst – ist Tod und Finsternis.
Christus, die Auferstehung und das Leben,
Christus, mein Leben, das weiß ich gewiß!
Wer Christus ist? – Er ist mein Ein und Alles,
mein höchstes Gut und nun mein einz’ger Ruhm;
mein Heiland, Freund und Tilger meines Falles,
der bald nun zu sich holt Sein Eigentum!
Liedtext: Friedrich Traub (1873-1906)
Der gesegnete Diener Christi, Chinamissionar Friedrich Traub (1873-1906) hat uns dieses tiefe Lied neben anderen geschenkt. Ihm begegnete viel Leid, und oft war er schon vom Tod gezeichnet, denn er erlebte auch den Boxeraufstand, bei dem so mancher Missionar sein Leben hingeben mußte. So entstand das hier wiedergegebene Lied „Soll ich den Kelch nicht trinken“ im Jahr 1901 in Changh-shu, wo er sehr unter der ungeheuren Hitze litt und dazu schrieb: „Bald schmachten und frieren, hungern und dürsten wir nicht mehr!“
Quelle:
Chinamissionar Friedrich Traub
(bei Allein-Christus – Schriftendienst für Jesus: Liederdichter)