Leben und Wandel im Geist.
Eigene Melodie.
1) Ich bete an die Macht der Liebe,
Die sich in Jesus offenbart;
Ich geb mich hin dem freien Triebe,
Wodurch ich Wurm geliebet ward;
Ich will, anstatt an mich zu denken,
Ins Meer der Liebe mich versenken.
2) Für dich sei ganz mein Herz und Leben,
Mein süßer Gott, und all mein Gut!
Für dich hast du mir’s nur gegeben,
In dir es nur und selig ruht.
Hersteller meines schweren Falles,
Für dich sei ewig Herz und alles!
3) Wie bist du mir so zart gewogen,
Und wie verlangt dein Herz nach mir!
Durch Liebe sanft und tief gezogen,
Neigt sich mein alles auch zu dir;
Du traute Liebe, gutes Wesen,
Du hast mich, und ich dich erlesen.
4) Ich fühl’s, du bist’s, dich muß ich haben,
Ich fühl’s, ich muß für dich nur sein;
Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben,
Mein Plätzchen ist in dir allein;
Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen,
Drum folg‘ ich deinen sel’gen Zügen.
5) Ehr sei dem hohen Jesusnamen,
In dem der Liebe Quell entspringt,
Von dem hier alle Bächlein kamen,
Aus dem der Sel’gen Schar dort trinkt!
Wie beugen sie sich ohne Ende!
Wie falten sie die frohen Hände!
(Bei der Wiederholung):
Wir beugen uns mit ohne Ende;
Wir falten mit die frohen Hände!
6) O Jesu, daß dein Name bliebe
Im Grunde tief gedrücket ein!
Möcht deine süße Jesus=Liebe
In Herz und Sinn gepräget sein!
Im Wort, im Werk und allem Wesen
Sei Jesus und sonst nichts zu lesen!
Liedtext: 1750, Gerhard Tersteegen (1697-1769)
Melodie: 1822, Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski, St. Petersburg (1751-1825)
Quelle:
Lied Nr. 40, in: Christliches Hausbüchlein. Von † Pfarrer Gottlob Baumann in Kemnat. Eine Sammlung meist alter, bewährter Gebete und Lieder, besonders über die Heilsordnung, 15. Auflage, S. 92f. Verlag der Evangelischen Gesellschaft, Färberstraße 2, Stuttgart 1910.
Über die Melodie dieses Liedes.
Die Melodie, mit der „Ich bete an die Macht der Liebe“ berühmt wurde, stammt von dem in St. Petersburg wirkenden ukrainischen Komponisten Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski (1751–1825).
Die Zuordnung dieser Melodie zu der Lieddichtung Gerhard Tersteegens findet sich zum ersten Mal in einem durch den ehemaligen katholischen Priester Johannes Evangelista Goßner (1773–1858), einen aus Bayerisch Schwaben stammenden, 1820–1824 an der Malteserkirche in Sankt Petersburg tätigen pietistischen Pfarrer, und durch den dort an der lutherischen St.-Katharinen-Kirche wirkenden russischen Organisten Iwan Karlowitsch Tscherlizki (1799–1865) bearbeiteten Choralbuch, Enthaltend die Melodieen zu der Sammlung auserlesener Lieder von der erlösenden Liebe und den Liedern im Schatzkästchen von Johannes Gossner. Mit Stereotypen gedruckt. Leipzig bei Karl Tauchnitz, 1825, S. 82, [Nr.] 86: „Ich bete an die Macht der Liebe &c. […].“ Durch seine Tätigkeit in Berlin (1826–1858) vermittelte Goßner die Melodie, die er in Sankt Petersburg kennengelernt hatte, samt deutschem Text an den Hof König Friedrich Wilhelms III. von Preußen und seiner Nachfolger (n. Wikipedia).
Weblinks und Verweise
Eingesungen: Liedvortrag von Kantor Arnd Pohlmann (mp3-File, externer Link)
Liedeintrag bei „Christliche Liederdatenbank„
Liedeintrag bei Wikipedia (DE)
Liedblatt (im PDF-Format, Notensatz Bortnjanski, 1stimmig, 7 Strophen Text) bei christianhaehlke.de (externe Links, im Web Archive)
Notensatz, 4stimmig, ohne Text (pdf, St. Petersburg, Bortnjanski, externer Link zu Christian Classics Ethereal Library)
Audiofiles (midi, mp3, externer Link zu Hymnary.org)
Lied Nr. 394, in: Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg, Schmuckausgabe, S. 418f. (Verlagskontor des evangelischen Gesangbuchs, Stuttgart 1912)
Lied Nr. 294, in: The Selah Song Book for Worship and Devotion in Church, School, Home (Das Sela=Gesangbuch zur Andacht und Erbauung in Kirche, Schule, Haus). Deutsch-englische Ausgabe. Zusammengestellt von Adolf T. Hanser. The Sotarion Publishing Company, Buffalo, N.Y./U.S.A., 1926.
Alternating English/German hymns, one of each is a translation of the other.
(mit 4st. Notensatz, externe Links zu Hymnary.org)
