Gottes liebste Kinder (Auswahl Tausend geistreicher Lieder #785)

I*

Der erste Chor

II*

Der zweite Chor

Gottes liebste Kinder
Gehn als arme Sünder
In den Himmel ein;
Und die blinde Menge
Kann im Weltgedränge
Doch so sorglos sein!
Ach, die Welt, Welch Totenfeld!
Wie viel trägt, Herr, dein Erbarmen!
Trag auch mich, den Armen!

Hast du Angst im Herzen,
Und empfindest Schmerzen
Über deine Sünd?
O sei wohl zufrieden,
Also wirst hienieden
Du ein Gotteskind.
Gott betrübt, die er recht liebt;
Die er will zur Rechten stellen,
Führt er erst zur Höllen.

2.

Was für rauhe Wege,
Wie viel tausend Schläge
Kostet dich mein Herz!
Und wie viele Stricke
Der verborgnen Tücke
Mehren noch den Schmerz,
Daß ich oft fast ausgehofft,
Und der Mut mir will entschwinden
Bei so vielen Sünden.

Lauter Wunderwege
Sinds, da Gottes Pflege
Uns hienieden führt!
Allda gilt es kämpfen,
Und den Willen dämpfen,
Wie es sich gebührt;
Bis die Buß hat festen Fuß,
Und wir in dem Streit auf Erden
Überwinder werden.

3.

Wie würd ich bestehen,
Sollt ich heute gehen
Vor dein Angesicht?
Nichts hab ich gelitten,
Schlecht hab ich gestritten,
Das verhehl ich nicht!
Laß mich, Gott, doch nicht
………………………zum Spott
Mein und Deiner Feinde werden!
Bessre mich auf Erden!

Wer sich selbst wird richten,
Den wird Gott mit nichten
Ins Gerichte ziehn.
Seines Sohnes Leben
Hat er ja gegeben
In den Tod dahin.
Daß wir dort im Freudenport
Sollen ohne Ende bleiben,
Wenn wir ihm nur gläuben.

4.

Was vorhin geschehen,
Was auch sonst versehen,
Rechne mir nicht zu!
Nur in deinen Wunden
Hab ich stets gefunden,
Jesu, meine Ruh!
Herr, jedoch, ich möchte noch,
Daß du möchtest mich erneuen,
Ganz dich meiner freuen!

Macht’s der Sünden Menge
Deinem Herzen enge?
Gottes Gnad ist weit!
Schon in diesem Leben
Will sie uns ja geben
Freiheit, Seligkeit!
Furcht und Pein muß ferne sein,
Wenn wir Jesum lassen walten,
Und ihm stille halten.

5.

Gottes liebste Kinder
Gehn als arme Sünder
In den Himmel ein;
Und die blinde Menge
Kann im Weltgedränge
Doch so sorglos sein!
Ach, die Welt, Welch Totenfeld!
Wie viel trägt, Herr, dein Erbarmen!
Trag auch mich, den Armen!

Deiner Liebe Feuer
Mach uns lieb und theuer,
O Herr Jesu Christ!
Laß uns nie mit Zagen
Deinen Weg beklagen,
Der so heilsam ist.
Jesu, du, o einge Ruh,
Führ uns durch dein bittres Leiden
Ein zu deinen Freuden!

* I und II bedeuten zwei einander entsprechende Sängerabteilungen, die durch zwei Chöre oder durch Chor und Gemeinde oder durch die Männer- und die Frauenstimmen innerhalb der Gemeinde (oder des Singchors) Vertretung finden können.

Liedtext: in Auswahl Tausend geistlicher Lieder (1860)
Melodie: 1653, Johann Crüger (1598-1662) Jesu, meine Freude
1656, Praxis Pietatis Melica

Weblinks und Verweise

Notensatz, 4stimmig , ohne Text (PDF-Format, 1656, Praxis Pietatis Melica, externer Link zu ccel.org)

Audiodatei Musik (Johann Crüger, externer Link zu liederindex.de)

Notensatz, 4 Stimmen gemischt (Satz: Joh. Seb. Bach, externer Link zu liederindex.de)

Audiodatei Musik (Bach-Satz, externer Link zu liederindex.de)

Lied Nr. 27, in: Christliches Hausbüchlein. Von Pfarrer Gottlob Baumann in Kemnat. Eine Sammlung meist alter, bewährter Gebete und Lieder, besonders über die Heilsordnung, 15. Auflage, Seite 80. Verlag der Evangelischen Gesellschaft, Färberstraße 2,  Stuttgart 1910.

Lied Nr. 215, in: Gesangbuch in Mennoniten-Gemeinden in Kirche und Haus. Im Selbst-Verlage der Mennoniten-Gemeinden Westpreußens. Vierte Auflage, Gütersloh 1901. [Digitalisat, externer Link zu Hymnary.org]

Strophe 5 hat hier die folgende Fassung:

5. Jesu, wollst mich sichten
Und im Grund vernichten,
Was dir nicht gefällt!
Wirst du nicht, mein Leben,
Kraft und Gnade geben,
Läßt mich nicht die Welt.
Nimm mich hin, Gib deinen Sinn
In mein Herz, So will mit Freuden
Ich von hinnen scheiden.


Eingestellt am 9. Januar 2026 – Letzte Überarbeitung am 10. Januar 2026