Mel.: „O, der alles hätt verloren“
1) Wer ist wohl, wie du,
Jesu, süße Ruh:
Unter Vielen auserkoren,
Leben derer, die verloren,
Und ihr Licht dazu,
Jesu, süße Ruh!
2) Leben, das den Tod,
Mich aus aller Noth
Zu erlösen, hat geschmecket,
Meine Schulden zugedecket
Und mich aus der Noth
Hat geführt zu Gott.
3) Glanz der Herrlichkeit,
Du bist vor der Zeit
Zum Erlöser uns geschenket
Und in unser Fleisch versenket
in der Füll der Zeit,
Glanz der Herrlichkeit.
4) Großer Siegesheld!
Tod, Sünd‘, Höll‘ und Welt,
Alle Kraft des großen Drachen
Hast du wolln zu Schanden machen
Durch das Lösegeld
Deines Bluts, o Held!
5) Höchste Majestät,
König und Prophet!
Deinen Szepter will ich küssen,
Ich will sitzen dir zu Füßen,
Wie Maria thät,
Höchste Majestät!
6) Laß mich deinen Ruhm
Als dein Eigenthum
Durch des Geistes Licht erkennen,
Stets in deiner Liebe brennen,
Als dein Eigenthum,
Allerschönster Ruhm!
7) Zeuch mich ganz in dich,
Daß vor Liebe ich
Ganz zerrinne und zerschmelze
Und auf dich mein Elend wälze,
Das stets drücket mich,
Zeuch mich ganz in dich.
8) Deiner Sanftmuth Schild,
Deiner Demut Bild
Mir anlege, in mich präge,
Daß kein Zorn noch Stolz sich rege:
Vor dir sonst nichts gilt
Als dein eigen Bild.
9) Steure meinem Sinn,
Der zur Welt will hin,
Daß ich nicht mög von dir wanken,
Sondern bleiben in den Schranken;
Sei du mein Gewinn,
Gieb mir deinen Sinn.
10) Wecke mich recht auf,
Daß ich meinen Lauf
Unverrückt zu dir fortsetze
Und mich nicht in seinem Netze
Satan halte auf:
Fördre meinen Lauf.
11) Deines Geistes Trieb
In die Seele gieb,
Daß ich wachen mög und beten,
Freudig vor dein Antlitz treten;
Ungefärbte Lieb
In die Seele gieb.
12) Wenn der Wellen Macht
In der trüben Nacht
Will des Herzens Schifflein decken,
Wollst du deine Hand ausstrecken;
Habe auf mich acht,
Hüter, in der Nacht.
13) Einen Heldenmuth,
der das Gut und Blut
Gern um deinetwillen lasse
Und des Fleisches Lüste hasse,
Gieb mir, höchstes Gut,
Durch dein theures Blut.
13) Soll’s zum Sterben gehn,
Wollst du bei mir stehn,
Mich durchs Todesthal begleiten
Und zur Herrlichkeit bereiten,
Daß ich einst mag sehn
Mich zur Rechten stehn.
Liedtext: Johann Anastasius Freylinghausen (1670-1739)
Melodie: 1698, Adam Drese „Seelenbräutigam, Jesus, Gotteslamm!“;
„Nicht um Reichtum, Glanz und Ehre“
Quelle:
Lied Nr. 428, in: Auswahl Tausend geistreicher Lieder für Kirche, Haus und Kämmerlein, als Tausend „Starke“ am Thronstuhl unsers himmlischen Salomo. Dritte, neu geordnete und vermehrte Auflage. Gütersloh, 1860. Mit einem Vorwort von Pastor Volkening, Jöllenbeck bei Bielefeld. Gedruckt und in Commission bei C. Bertelsmann in Gütersloh, so wie bei dem Herausgeber selbst zu haben. [Seite 269; Digitalisat]
Weblinks und Verweise
Liedeintrag bei Christliche Liededatenbank
Melodieseite NETTLETON („O, der alles hätt verloren“, jeweils externe Links zu Hymnary.org)
Notensatz, 4stimmig, ohne Textunterlegung (im PDF-Format, NETTLETON: Wyeth, Repository of Sacred Music, 1813; externer Link zu ccel.org), mit Audiofiles (midi, mp3; jeweils externe Links zu Hymnary.org)
Melodieseite SEELENBRÄUTIGAM („Seelenbräutigam, Jesus, Gotteslamm!“, jeweils externe Links zu Hymnary.org)
Notensatz, 4stimmig, ohne Textunterlegung (im PDF-Format, SEELENBRÄUTIGAM: Adam Drese, 1698; externer Link zu ccel.org), mit Audiofiles (midi, mp3; jeweils externe Links zu Hymnary.org)
