Laß mich mit Gnad und Frieden grüßen (Michael Hahn, Geistliches Liederkästlein 2)

Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist, und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die da sind vor seinem Stuhl, und von Jesu Christo. (Offenb. 1, 4+5)

Zum 14. Dezember.

Der Gruß der heiligen Dreiheit ist die göttlichste, heiligste Liebes- und Lebensmitteilung.

Mel.: Wie groß ist des Allmächt’gen. (7.)

1. Laß mich mit Gnad‘ und Frieden grüßen,
Jehovah Jesus, aus der Höh‘!
Laß deinen Reichtum mich genießen;
Der Strom des Lebens mich durchgeh‘!
Geuß in mich deine Gottesfülle
Nach deinem Wohlgefallen aus,
Und halt mich deinem Einfluß stille,
Mach mich zu deinem Tempelhaus!

2. Dein Gruß bringt freilich Gnad‘ und Frieden
In glaubensvolle Herzen ein;
Und was du sprichst, das wird beschieden,
Wenn Herzen im Begehren sein.
Ich wende zu dir mein Verlangen:
Laß deinen Gnad- und Friedensgruß,
Jehovah Jesus, mich empfangen,
Weil meine Seel‘ sonst schmachten muß!

3. Ihr sieben Geister, laßt mich grüßen,
Und flößt mir Gnad‘ und Frieden ein,
Mit eurer Kraft mich zu durchsüßen;
Verdränget allen Tod und Pein!
Erfüllet mich mit euren Gaben,
Und machet mich recht geistesvoll!
So werd ich Gnad‘ und Frieden haben,
Und also ist mir innig wohl.

4) Du Einheit jener drei Gestalten,
In Geist erhöhter Jesu Christ,
Laß Gnad‘ und Frieden mich erhalten,
Der du voll Gnad‘ und Wahrheit bist!
O du getreuer Wahrheitszeuge,
Ach flöße mir dein Leben ein!
Dein liebvoll Herze zu mir neige,
Und mach mich dir jungfräulich rein!

Liedtext: Johann Michael Hahn (1758-1819)
Melodie: „Die Tugend wird durch’s Kreuz geübet“

Gr. Liederbd. Nr. 92.

Quellenangaben:

Geistliches Liederkästlein, oder kurzer Auszug aus den sämtlichen Liedern J. M. Hahn’s. Zweiter Teil. Zehnte Auflage. Stuttgart. Druck von Chr. Scheufele. 1886. Seite 349. [Digitalisat]

Christliches Hausbüchlein. Von Pfarrer Gottlob Baumann in Kemnat. Eine Sammlung meist alter, bewährter Gebete und Lieder, besonders über die Heilsordnung, 15. Auflage. SeiteVerlag der Evangelischen Gesellschaft, Färberstraße 2,  Stuttgart 1910. (Lied Nr. 35, enthält 15 Strophen; Seiten 86-88)


Eingestellt am 26. Januar 2026