Johann Friedrich Oberlin – Der Patriarch des Steintals (Carl Heinz Kurz)

Kurz, Carl Heinz: Johann Friedrich Oberlin – Der Patriarch des Steintals. Aus der SammlungZeugen des gegenwärtigen Gottes“ – Band 94/95.
Brunnen-Verlag, Gießen 1952 [Digitalisat im PDF-Format]

Als der im letzten Winkel der Welt dienende Steintalpfarrer Johann Friedrich Oberlin zu Grabe getragen wurde, nannten erlauchte und ruhmgekröntc Geister diesen scheidenden Mann einen „Apostel der Menschheit“. Wohl einmalig sind die Verdienste dieses
Geistlichen, der aus einem weltverlorenen Tal der Armut und des Hasses ein blühendes Land mit aufgeschlossenen Einwohnern machte, ja, dessen segensreiches Wirken noch
heute spürbar ist.

Der Gepriesene selbst war ein bescheidener Mann, der im Tiefsten nichts davon hielt, unter den Menschen einen bekannten oder gar einen berühmten Namen zu haben. In welcher Demut er seinen Dienst an seinen geliebten Pfarrkindern tat, mag dieser Oberlinsche Satz aufzeigen: „O, könntet Ihr meinen Namen vergessen, und nur den Namen Jesu Christi fest behalten, den ich Euch verkündet habe!“ – Das war sein Hauptanliegen. Um Christi willen wirkte er sechs Jahrzehnte lang als Wohltäter und als
Jünger seines Herrn im – wie ihm selbst zuerst schien – von Gott und Welt verlassenen letzten Winkel der Hochvogesen.

In seiner allzu großen Bescheidenheit lehnte er, der sogar zum Ritter der Ehrenlegion geschlagen wurde, all diese Ehrungen für sein Wirken und Schaffen ab und verwies sie in stiller Liebe und in unendlicher Demut auf den einen Namen, den in die Herzen der Steintaler einzuprägen er gekommen war und von dessen Liebe und Gnade zu verkündigen sein Dienst gewesen sei: der Name Jesu Christi. Um Seinetwillen wirkte er sechs Jahrzehnte als ein Jünger des Herrn im vogesischcn Steintal, uns Heutigen noch ein leuchtendes Vorbild, die wir zu leicht verzagen und aufgeben, wenn menschliche Hoffnung versiegt. Doch Oberlin wußte um die wahrhaftigen Quellen allen Lebens und Dienens und glaubte, hoffte und liebte im Geiste Jesu, uns aber zur Mahnung und Kräftigung.

(Aus dem Vorwort und dem Klappentext des Buches)

Über den Autor

Carl Heinz Kurz studierte unter anderem in Prag und Nottingham. Danach war er als Lehrer tätig und arbeitete ab den 1950er Jahren auch als Schriftsteller, wobei er sich besonders religiösen Themen widmete, die er aus der Perspektive eines reformierten Christen behandelte. Im Brunnen Verlag veröffentlichte er in der damals populären Reihe Zeugen des gegenwärtigen Gottes mehrere Biografien exponierter christlicher Persönlichkeiten, darunter des Japaners Kagawa Toyohiko, des Geistlichen und Pädagogen Johann Friedrich Oberlin, des Ordensgründers Franz von Assisi und des irischen Philanthropen Thomas John Barnardo.


Eingestellt am 13. Februar 2026