Dora Rappard – Die Mutter von St. Chrischona (Friedhelm Rudersdorf)

Aus dem Klappentext dieses Buches:

Der Lebensweg Dora Rappards ist in mehr als einer Hinsicht bedeutungsvoll. Das Blut- und Geisteserbe gläubiger Ahnen ist in ihrem Leben wirksam geworden und hat sich durch ihre eigene klare Entscheidung für Jesus Christus in der mannigfaltigsten
Weise segensreich ausgewirkt.

Als Tochter des späteren Bischofs von Jerusalem, Samuel Gobat, auf der Insel Malta geboren, erlebte sie früh eine klare Bekehrung, durch die sie auch bald in den Dienst für den Herrn gestellt wurde. Ihre Lebensaufgabe sollte sie aber an der Seite von Carl Heinrich Rappard, dem Leiter der Pilgermissionsanstalt St. Chrischona bei Basel, finden. Hier wurde sie die „Mutter von St. Chrischona“, eine wahre Gehilfin ihres Mannes in dem weitverzweigten Werk der Pilgermission. Daneben entwickelte sie die ihr vom Herrn besonders geschenkte Gabe und wurde eine für die ganze Gemeinschaftsbewegung charakteristische Schriftstellerin und Dichterin.

Das vorliegende Lebensbild bietet durch die Einbeziehung grundsätzlicher Ausführungen
gleichzeitig – über das rein Biographische hinaus – eine Legitimation des vielgeschmähten Pietismus.

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In einer traditionsfeindlichen Zeit, in der uns die Gefahr droht, die Kräfte der Überlieferung und auch die Mitteilung des Heiligen Geistes zu verlieren, rufen
uns die Zeugen des gegenwärtigen Gottes zum Vätererbe. Handelt es sich aber um eine Frau, dann sollten wir nicht vergessen, daß die Mütter das Schicksal ihrer Söhne sind.In der Krise unserer Zeit gilt es zu erkennen, daß beide, Kirche und Gemeinschaftsfrömmigkeit, Teile des gleichen Erbes sind. Wir müssen es den Vätern und
Müttern lassen, daß sie Ernst damit gemacht haben, daß die Frage nach Sünde und Gnade die Existenzfrage des Menschen ist. Deshalb ist auch unser Auftrag der gleiche wie zu ihrer Zeit: Menschen zu dem Glauben an den für uns gekreuzigten und auferstandenen Christus zu führen. Wie wir diesen Auftrag erfüllen, wird weniger eine theoretische und intellektuelle Aufgabe sein, sondern vielmehr ein betendes Ringen um „das Zeugnis des Heiligen Geistes, daß wir Gottes Kinder sind“ (Röm. 8, 16) .

So stehen die Väter und Mütter fragend und mahnend auch vor uns. Die Vergegenwärtigung ihres Lebens im Glauben ruft uns nicht nur zur Dankbarkeit, sondern auch zur Verantwortung, indem wir mit unserem Glauben und Leben heute in unserer Gegenwart Antwort zu geben haben. Diese Dankbarkeit und diese Verantwortung gelten aber letzten Endes nicht ihnen, sondern dem lebendigen Herrn, der gestern und heute
und derselbe in Ewigkeit ist.


Eingestellt am 16. Februar 2026