Psalm 116, 7

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele, denn der HERR tut dir Gutes. (Psalm 116, 7)

„Sei nun wieder zufrieden, meine Seele“: so redet David seine Seele an, um sie wieder in die Stille und Ruhe zu bringen, nachdem er in großer Angst und Unruhe gewesen war. Nicht aber ist es David allein gewesen, dessen Herz bald durch dieses, bald durch jenes beunruhigt wurde, sondern es ist dies das Los aller menschlichen Herzen, auch aller frommen und christlichen Herzen. Ach, mein Gott, wie wird nicht unsere arme Seel beunruhigt, jetzt durch Amts- und Berufsgeschäfte, jetzt durch den Umgang mit andern Menschen und in der täglichen Gesellschaft, jetzt durch die mancherlei unvorhergesehenen Widerwärtigkeiten, die uns im Leben treffen, jetzt durch die bösen aufsteigenden Lüste und Begierden unseres sündlichen Herzens!

Wie nötig ist’s uns da, unserer Seele zuzusprechen, um in die Ruhe wieder einzukehren! – David brachte sein Herz zur Ruhe durch die Erinnerung an die göttlichen Wohltaten, er setzte hinzu: „denn der Herr tut dir Gutes. Du hast meine Seele aus dem Tode gerissen, mein Auge vor den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten“. Dies sind ja wohl hohe und große Wohltaten des lieben Gottes, die Er seinen Kindern schon hier in der Zeit vielfach widerfahren läßt. Dafür danke eine fromme Seele ihrem Gott mit David und gelobe: „Ich will wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen“ (Psalm 116, 9).  So muß es sein. Das Leben, das du gleichsam auf’s neue durch die Erlösung und Auferstehung Jesu Christi erhalten hast, mußt du von nun an emsiger zu dem Dienste und Wohlgefallen Gottes anwenden. Wandeln mußt du vor dem Herrn, daß du Ihn stets vor Augen hast und dich in allem deinem Tun und Lassen nur einzig und allein nach Seinem Wink und Willen richtest, wie es Gott von Abraham gefordert, und das alles im Lande der Lebendigen, so lange du noch hier auf Erden zu leben hast.

Dazu gib mir Freudigkeit und Kraft, o Herr; dann kann ich getrost sein und fest glauben, daß Du immer ein wachendes Auge auf mich haben und mich bis ans Ende behüten, regieren, trösten, führen, beschützen und bewahren wirst.

Amen.

(Friedrich Arndt)

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. (Ps. 43, 5)

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Eingestellt am 14. Februar 2026