Ach Gott und Herr, wie groß und schwer (Rutilius/Groß)

Bußlied.

Psalm 38, V. 5: Meine Sünden gehen über mein Haupt, wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.

1. Ach Gott und Herr!
wie groß und schwer
sind mein‘ begang’ne Sünden,
da ist niemand,
der helfen kann,
auf dieser Welt zu finden.

2. Lief‘ ich gleich weit
zu dieser Zeit,
bis an der Welt ihr Ende,
und wollt‘ los sein
des Kreuzes Pein,
würd es sich doch nicht enden.

3. Zu dir flieh‘ ich;
verstoß‘ mich nicht,
wie ich’s wohl hab‘ verdienet;
ach Gott, zürn‘ nicht,
geh nicht ins G’richt,
dein Sohn hat mich versühnet.

4. Solls ja so seyn,
daß Straf‘ und Pein
auf Sünden folgen müssen:
so fahr hier fort,
und schone dort,
und laß mich hier wohl büßen.

5. Gieb, Herr, Geduld,
vergib die Schuld,
verleih ein g’horsam Herze,
laß mich nur nicht,
wie’s oft geschicht,
mein Heil murrend verscherzen.

6. Handle mit mir,
wie’s dünket dir,
nach dein’r Gnad will ich’s leiden!
Laß nur nicht mich
dort ewiglich
von dir sein abgeschieden.

7. Gleichwie sich fein
ein Vögelein
im hohlen Baum verstecket,
wenn’s trüb hergeht,
die Luft unstät
Menschen und Vieh erschrecket.

8. Also, Herr Christ!
Mein Zuflucht ist
die Höhle deiner Wunden;
wenn Sünd‘ und Tod
mich bracht‘ in Noth,
hab ich mich drein gefunden.

9. Darin ich bleib‘,
ob Seel und Leib
hier von einander scheiden,
so werd‘ ich dort
bei dir, mein Hort,
seyn in ewigen Freuden.

10. Ehre sey nun
Gott Vater, Sohn
und heil’gem Geist
zusammen, zweifle auch nicht,
weil Christus spricht:
wer gläubt, wird selig, Amen.

Liedtext: 1604, M. Mart. Rutilius V. 1-6.
D. Joh. Groß (Major) V. 7-10.
Melodie: (1625) Bei Ch. Peter 1655.
Choralbuch 1 (151).

Quelle:

Lied Nr. 26, in: Geistlicher Liederschatz, Sammlung der vorzüglichsten geistlichen Lieder für Kirche, Schule und Haus und alle Lebensverhältnisse. Berlin, bei Samuel Elsner Gedruckt bei Trowitzsch und Sohn. 1832. [Seite 11; Digitalisat]

Weblinks und Verweise

Liedeintrag bei Christliche Liederdatenbank

Lied Nr. 301, in: Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg, Schmuckausgabe, S. 318f. (Verlagskontor des evangelischen Gesangbuchs, Stuttgart 1912) [6 Strophen, Nr. 1 bis 6, nach oben angegebener Zählweise)


Eingestellt am 31. März 2026