Nr. 349 (Seite 245)
Mel.: „Jesus, meine Zuversicht.“
Berlin 1653, Johann Crüger (1598-1662)
1) Meinen Jesum laß ich nicht!
Ach! was wollt ich bessers haben?
Ruhe, Freude, Trost und Licht
Ist in seinem Schooß begraben:
Alles, was Vergnügen giebt,
Hab ich, weil mich Jesus liebt.
2) Er ist mein und ich bin sein,
Liebe hat uns so verbunden,
Er ist auch mein Heil allein
Durch sein Blut und tiefe Wunden.
Auf ihn bau ich felsenfest,
Voller Hoffnung, die nicht läßt.
3) Ohne Jesum würde mir
Nur die welt zur Hölle werden,
Hab ich ihn, so giebt er mir
Schon den Himmel auf der Erden.
Hungert mich, so setzt er mir
Brodt, wie lauter Manna, für.
4) Eine Stunde, da man ihn
Recht ins Herze sucht zu schliessen,
Giebt den seligsten Gewinn,
Gnad und Friede zu geniessen;
Ein nach ihm geschickter Blick
Bringt viel tausend Lust zurück.
5) O wie wird mein kreuz so klein!
Weil er selbst es mir hilft tragen,
Richtet es zum besten ein,
Er will auch nicht immer schlagen;
Nach der Ruthe kommt die Huld,
Er begehret nur Geduld.
6) Führt er mich gleich wunderlich,
Rechts und links durch dück und dünne,
Er hat dennoch über mich
Immer etwas Gut’s im Sinne:
Ja, es führt die Wunderbahn
Nirgend hin als himmelan.
7) Von der treuen Liebeshand
Offenbart sich lauter Liebe;
Nichts beruht auf Unbestand
Bey dem treuen Liebes=Triebe:
Jesus immer einerley,
Er ist und verbleibet treu.
8) Blinde Welt, such immerhin
Rauch und Koth auf dieser Erden!
Ausser Jesu kann mein Sinn
Niemals recht vergnüget werden.
Also bleibts bey dieser Pflicht:
Meinen Jesum laß ich nicht.
Quelle:
Lied Nr. 349, in: Erbauliche Lieder-Sammlung zum gottesdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelisch=Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten. Gesammelt, eingerichtet und zum Druck befördert durch das hiesige Deutsche Evangelisch=Lutherische Ministerium. Philadelphia, Herausgegeben von Georg W. Mentz und Sohn, Buchhändler, Nro. 53, in der Nord=Drittenstraße, 1834. Stereotypirt von J. Howe. Mit einer Vorrede von D. Heinrich Melchior Mühlenberg, Senior des Ministeriums, Neu=Providenz, 1786. [Digitalisat]
Weblinks und Verweise
Meinen Jesum laß ich nicht in der Textfassung von Christian Keimann mit der Melodie von Johann Ulich (DEG)
