Gott hat mein Herz blöde gemacht, und der Allmächtige hat mich erschreckt. (Hiob 23, 6)
Unter dieser Herzensblödigkeit ist hier mehr die Herzens-Erweichung verstanden, wie es der Prophet Nahum in seinem 1. Kap. 6. V. also ausdrückt: Der Herr ist langmütig und groß an Macht, sein Zorn ergießt sich wie Feuer, und die Felsen zerschmelzen vor ihm. Der Zorn Gottes, der lange die Sünder trägt, bricht bisweilen los, zwar nicht in ganzer Stärke, um zu strafen, sondern träufelt nieder, wie Feuertropfen, um die Härte des Herzens aufzulösen. Und wer vermag es aufzuzählen, in wie vielfacher Weise jene Güte die Härte unseres Herzens zu bewältigen sucht. Wer etwas weich machen will, drückt es zuerst mit den Händen hin und her; wenn es widersteht, dann bestreicht er es mit Fett oder einer andern Salbe, oder legt es ins Wasser oder ins Feuer, oder bringt es auf den Amboss, und wirft es, wenn er es auch so nicht erweichen kann, ganz weg; so zeigt sich auch Gott gegen die menschlichen Herzen.
(Aus der Herzensschule.)
Quelle: Glaubensstimme ─ Texte unserer Väter und Mütter im Glauben – Hiob 23
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