Aufschub

Es ist ein  Schneetag. Einige Knaben haben ein paar Ziegelsteine zusammengesetzt und eine Art von viereckigem Kasten daraus gemacht. Darüber  haben sie einen Stein auf einen kleinen Stock aufgestellt und darunter ein paar Brotkrümchen gestreut. Hier kommt ein Rotkehlchen und pickt ein oder zwei Körnchen auf, und während es frißt, fällt der Stein herab!

“Ich blieb nicht lange, sagte das  Rotkehlchen. Aber ich bin gefangen! Ich blieb nicht lange, aber ich kann nicht heraus! Ich blieb nicht lange, aber ich habe meine Freiheit verloren! Ich blieb nicht lange, aber ich werde vielleicht mein Leben verlieren!” Ach, kleines Rotkehlchen, du sollst ein Prediger für einige unter uns sein. Sie sind ein wenig in die Sünde hinein gegangen, und sie sind heute Abend geneigt, ein wenig länger darin zu bleiben. Nehmt euch in Acht, daß nicht eines Tages eure schmerzliche Klage die sein wird: “Ich blieb nicht lange, aber der Teufel fing mich in seiner Falle! Ich blieb nicht lange, aber ich blieb zu lange! Ich blieb nicht lange, aber ich verlor meine Seele auf ewig!”

Gott gebe, daß dies nicht euer Los sei !

Aus: Charles Haddon Spurgeon, Federn für Pfeile, oder Illustrationen für Prediger und Lehrer (autorisierte Übersetzung von E. Spliedt)
Bildnachweis: Rotkehlchen, pixabay [CCO Creative Commons]

Die da sitzen mußten in Finsternis und Dunkel, gefangen in Zwang und Eisen,
darum daß sie Gottes Geboten ungehorsam gewesen waren und das Gesetz des Höchsten geschändet hatten, dafür ihr Herz mit Unglück geplagt werden mußte, daß sie dalagen und ihnen niemand half; die zum HERRN riefen in ihrer Not, und er half ihnen aus ihren Ängsten und führte sie aus der Finsternis und Dunkel und zerriß ihre Bande:
die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die an den Menschenkindern tut, daß er zerbricht eherne Türen und zerschlägt eiserne Riegel.

(Psalm 107, 10-16)