„Ohm Michel“

Dieser Name wird wenigen etwas sagen. Pastor Julius Dammann, der volkstümliche Evangelist, hatte seinen Umgang am liebsten mit Glaubensgeschwistern und mit einfachen Menschen. Darunter war Ohm Michel, ein Freund aus seiner Siegener Zeit.

Pfarrer Otto Hasselmann, der Dammanns Lebensbild schrieb, berichtet über Michel:

„Er fälscht als tüchtiger Zeichner Kassenscheine und kommt ins Zuchthaus. Zu 20 Jahren wird er verurteilt. Eines Sonntagsmorgens hebt er auf dem Gang zur Kapelle eine Glasscherbe auf, mit der er sich nachher die Pulsader öffnen will. Da trifft ihn Gottes Wort mitten ins Herz. Er bittet den Pastor um seinen Besuch und vermag die Gnade Gottes zu ergreifen. Eine völlige Umwandlung seines Wesens erwirkt ihm nach 10 Jahren die Begnadigung, und von da ab wurde dieser Mann ein Zeuge der Gnade. Urwüchsig und derb hat er in den Stunden der Gemeinschaftsleute gemahnt, Jesu Gnade anzunehmen. Und seine Stube ist zu einer Segensstätte für viele geworden.

An dem Ohm Michel habe ich so recht die Erfüllung des Wortes aus Joel 2 gesehen, wo es heißt: ‚Ich will euch die Jahre erstatten, welche die Heuschrecken, Käfer, Geschmeiß und Raupen, die mein großes Heer waren, so ich unter euch schickte, gefressen haben‘. 40 Jahre war August Michel, als er aus dem Zuchthaus entlassen wurde, und noch 40 Jahre legte ihm der Herr zu. Bis Gott ihn – nach seinem Wunsche – am Karfreitag heimrief. Es war im Jahre 1900.“

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