Psalm 34, 1.2

Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, daß es die Elenden hören und sich freuen.

Wann soll ein Christ seinen Herrn loben? Die Vernunft sagt: „Natürlich dann, wenn man dazu in Stimmung ist, wenn es sich aus einer allgemeinen fröhlichen Gemütsstimmung ergibt.“ Oder: „Dann, wenn man eine besondere Durchhilfe des Herrn erfahren hat, dann soll und kann der Christ seinen Herrn loben.“

So sagt die Vernunft. David aber ist durch den Heiligen Geist anders belehrt worden: „Ich will den Herrn loben allezeit. Sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.“ – „Allezeit“ und „immerdar“ sollte ein Christ seinen Herrn loben. Ja, ist denn so etwas möglich? Ist denn das nicht zuviel verlangt? Es gibt doch so viele graue Alltage, wo das Herz gar nicht auf „Lob“ gestimmt ist. Es gibt doch so viele dunkle Tage, wo schwere Wolken am Himmel unseres Lebens sind. Es gibt doch Nächte des Leides und der Traurigkeit. Es gibt doch so viel Kampf, Not, Sünde, Tränen, Herzeleid. – Ist es da nicht überspannt, so zu reden: „Ich will den Herrn loben allezeit“?

Nun, David ist durch den Heiligen Geist so belehrt worden. Und wir müssen da achten auf das Wörtlein: „den Herrn“. Der Herr Jesus ist immer und allezeit anbetungswürdig. Er gibt das Wasser des Lebens auch im grauesten Alltag. Er ist der „Stern in allen Nächten“ und „der Held in jedem Streit“. Es gibt keine Lage, wo wir nicht Jesus loben könnten und sollten. Amen.

(Pastor Wilhelm Busch)