17. März

Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.    Ps. 73, 26

Wie sieht’s oft im Innern der Kinder Gottes aus? Ist da immer Sonntag, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten und Christtag?

Oder gibt’s da auch wohl Karwochen? Ist da immer Sommer, oder wird’s auch wohl ein beraubender Herbst? Immer gut Wetter, oder auch wohl trübe Tage, Sturm und Ungewitter? Erfahren alle wahre Christen zu aller Zeit, daß das Reich Gottes Gerechtigkeit, Friede und Freude im heiligen Geist sei, oder werden sie auch gewahr, dass man durch viele Trübsal in dasselbe eingeht?

Steht ihnen das Evangelium immer in voller lieblicher Klarheit vor den Augen, oder werden sie auch gewahr, was jenes Lied singt: Nichts als Dunkelheit und Schmerzen bleibt im Herzen, wenn dein Gnadenglanz gebricht? Leset einen Hiob, höret einen David, vernehmt einen Jeremias. Seht, wie finster und bedrängt es oft in ihrem Herzen aussieht, und erkennt daraus, wie die über Jemand waltende Gnade es dennoch wohl im Innern so kann werden lassen, dass man eher daraus auf Zorn als auf Liebe schließen könnte.
Und dies alles sind keine Widerlegungen der göttlichen Liebe? Soll man also glauben auf Hoffnung, wo nichts zu hoffen ist? Soll man den bösen Tag auch für gut nehmen? O Herr! stärke uns, stärke uns! Ohne dich können wir nichts tun! Alles aber vermögen wir, wenn du uns mächtig machst. Der Nichtchrist ist elend mitten im Glück; der Christ ist selig mitten im Elend; denn Er wird ihn herausreißen und zu Ehren machen. Dennoch bleibe ich stets bei dir.

Lasst sein Antlitz sich verstellen,
Ist sein Herz doch treu gesinnt,
Und bezeugt in allen Fällen,
Ich sei sein geliebtes Kind.

Aus: Tägliches Manna durch die Wüste. Schatzkästlein aus Gottfried Daniel Krummachers Predigten. Neu herausgegeben von J. Haarbeck, Pastor in Elberfeld.