Lustbarkeiten verhärten die Menschen gegen das Evangelium

„Als Bonaparte den Herzog von Enghien töten ließ, fühlte ganz Paris so viel Grauen vor der That, daß der Thron des Tyrannen unter ihm zitterte. Eine Gegen-Revolution wurde erwartet, und würde höchst wahrscheinlich stattgefunden haben, wenn Bonaparte nicht befohlen hätte, daß ein neues Ballet mit dem höchsten Glanze in der Oper gegeben werden sollte. Der Gegenstand, den er wählte, war „Ossian oder die Barden“.

Man erinnert sich noch daran in Paris, als der vielleicht großartigsten Schaustellung, die je dort gewesen ist. Die Folge war, daß der Mord des Herzogs von Enghien völlig vergessen wurde und man  v o n  n i c h t s,  a l s  v o n  d e m  n e u e n  B a l l e t  s p r a c h.“

In dieser Weise lenkt der Satan die Gedanken der Menschen von ihren Sünden ab und betäubt den Schrei ihres Gewissens. Damit sie sich nicht gegen ihn empören, giebt er ihnen die Lüste des Fleisches, die Eitelkeiten der Hoffart, die Sorgen dieser Welt oder die Belustigungen der Narren, um ihre Gedanken wegzuleiten. Arme, alberne Menschen sind bereit genug für diese irreführenden Vergnügungen, und um ihretwillen wird der Ernst des Todes und der Ewigkeit vergessen.

Aus: Charles Haddon Spurgeon, Federn für Pfeile, oder Illustrationen für Prediger und Lehrer (autorisierte Übersetzung von E. Spliedt)
Bildnachweis: Execution of the Dike d’Enghien, Gemälde von Jean-Paul Laurens [Public domain], via Wikimedia Commons